Claudia Reicherter | 05.08.2017

Ein Teil ihrer Bilder ist derzeit in Amsterdam, Paris und Salzburg zu sehen. Einen anderen Teil ihrer seit 2010 entstandenen Werke hatte Eva Recordon für eine große Ausstellung in ihrer Geburtsstadt Ulm ausgewählt. Kein Problem, die Künstlerin, die seit 15 Jahren in Südfrankreich und Stuttgart lebt, wird von Galerien in Berlin, Paris, Amsterdam, Zürich und Stuttgart vertreten und bewahrt stets auch Arbeiten in ihren beiden Ateliers auf. Da seien schon immer viele Bilder im Umlauf, erklärt die 64-Jährige. Sprich: Es sind genügend Werke vorhanden, die sie vorzeigen und zum Verkauf anbieten kann – und sei es in drei Ländern zugleich.

Als aber ein Teil davon auf dem Postweg von Stuttgart zu einer Ausstellung in Amsterdam verlorenging, wurde es doch eng. 35 Leinwände irgendwo zwischen Neckar und Amstel gestrandet – was tun? Für die Vernissage in Holland Ende April parallel zur Vorbereitung der Schau in der Galerie im Science Park neue Werke schaffen. So schnell? Nun ja. „Ich hab’ sehr, sehr viel arbeiten müssen in letzter Zeit“, sagt sie. So war schließlich auch die Ausstellung bei Scan Plus zur Eröffnung komplett, auch wenn der Firnis der neuesten Stücke erst eine Woche vorher in der Provence aufgetragen worden war. „Ich habe das Glück, dass es mir ziemlich schnell von der Hand geht.“

Es, damit meint die gelernte Übersetzerin, die es nach dem Besuch der Ulmer Jörg-Syrlin-Schule und des Hans-und-Sophie-­Scholl-Gymnasiums, das damals noch Mädchen-Gymnasium hieß, schon mit 18 Jahren nach Frankreich gezogen hat, das Malen. Das führte Eva Recordon von Aquarellen und Porträts bald schon zu gegenstandslosen, rhythmisierten, größtenteils mittelformatigen Farbflächen, die sich auch mal zu Dip- oder Triptychen zusammenfinden. „Die Farbe ist stets mein Hauptanliegen“, sagt die Frau, deren Geschwister noch in Söflingen leben. „Und meine Lieblingsfarbe ist Rot.“ Vor allem  in den vergangenen Jahren tendierte sie immer mehr zu warmen Tönen. Denen setzt sie – als Ausdruck von Leichtigkeit und Lebensfreude – Weiß und Grau entgegen.

Ältere Kleinformate wirken dagegen noch härter, schwerer, vieldeutig grafisch. Nach einer Lungenentzündung musste sie vor vier bis fünf Jahren auf ärztlichen Rat hin auf Acrylfarbe und sämtliche chemischen Materialien verzichten – und für ihre Malerei neue Wege finden. Recordon begann, Farben aus ungiftigen Ingredienzen selbst zu mischen: Pigmente, Leim, Sand, Asche. Dazu Papierschnipsel und Schöpf­arbeiten aus Pflanzen, die als Collagen in vielen Werken  zu sehen sind. Vor allem in der Bildserie „végé-toiles“ – einer Wortschöpfung aus dem französischen Wort für „pflanzlich“ und für „Leinwände“ – stecke „der halbe Garten drin“. Das gefällt ihr. „So kann ich alles einbinden, und es wird zu einer Einheit.“

Heute malt sie Seelenlandschaften, die spontan aus ihr herausbrechen. „Allem voran male ich für mich. Zwinge mich zu nichts“, erklärt die vierfache Mutter. Und schiebt mit einem entschuldigenden Lächeln hinterher: „Sie werden bei mir nicht so die Wahnsinnsaussage finden. Es macht mir halt Spaß.“ Die Seele müsse mitschwingen. Alles andere wäre kontraproduktiv. Kunst hat sie begleitet, solange sie denken kann. Erst schuf sie ihre Bilder nebenberuflich, seit 2007 in Vollzeit. „Das hat ganz gut geklappt“, sagt die Absolventin der Kolping-Kunstschule Stuttgart und Kunstakademie Bad Reichenhall, die 2010 den Syrlin-Kunstpreis erhielt. Sprich: Ihre Bilder sind international gefragt.

Nach drei Monaten tauchten die verlorengeglaubten Werke übrigens wieder auf – „aber erst, nachdem ich mit einer Klage gedroht hatte“. So sind unter den 62 in Ulm gezeigten Arbeiten nun etliche, deren warmes Rot Eva Recordon erst vor ganz kurzer Zeit in der Provence auf die Leinwand gespachtelt hat.

Bericht von Claudia Reicherter

Ausstellung Bilder von Eva Recordon aus den vergangenen sieben Jahren sind unter dem Titel „Syner­gien – Farbe, Form, Struktur“ bis 11. Oktober in der Galerie im Science Park im Treppenhaus der Firma Scan Plus, Lise-Meitner-Straße 5, auf dem Eselsberg zu sehen: Mo-Fr 9-12, 13-17 Uhr.

 

 

Ein Bericht aus: ARTPROFIL - Magazin für Kunst, Heft 111/2015, © SYNTAX. Medienproduktion + Verlag GmbH, 68219 Mannheim, Deutschland

 

 

Gemeinschaftsausstellung im
 Alten Dampfbad Baden- Baden

  Marktplatz 13
  Baden-Baden

  Ausstellung vom 9. - 15.10.2015

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BERLINER LISTE 2015

Donnerstag, 17. September bis Sonntag, 20. September 2015, 13:00 bis 21:00 Uhr,
Sonntag bis 19:00 Uhr
Opening: Mittwoch, 16. September 2015 ab 18:00 Uhr

Ausstellungsort
Kraftwerk Berlin
Köpenicker Straße 70
10179 Berlin

 

 KATALOG ARTE PRVIEW 2016

ARTe Nesse Sindelfingen
14.-17. Januar 2016

 

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 FRAUENMUSEUM BONN                                

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Frauenmuseum eröffnet 24. Kunstmesse – 100 Künstlerinnen stellen aus

 Verleihung des Valentine Rothe Preises im Bonner Frauenmuseum

Das Bonner Frauenmuseum eröffnet die 24. Kunstmesse mit neuen Positionen renommierter Künstlerinnen und junger Nachwuchstalente - darunter auch der zwölf Nominierten des Valentine Rothe Preises.

 100 Künstlerinnen präsentieren vom 21. - 23. November 2014 ihre Arbeiten: Bilder, Objekte und Konzepte der Gegenwartskunst füllen an diesem Wochenende die Hallen des Frauenmuseums. ..............

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KATALOG vernissage atelier

1. VERNISSAGE KÜNSTLERMESSE SCHWETZINGEN 2012

 

 

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PGM
ART WORLD

Eva Recordon A photo of Recordon,Eva

"Malen ist mein Leben und soweit ich zurückdenken kann, hat mich der Umgang mit Pinsel und Farben immer fasziniert."

Spontaneität, Experimentierfreude und Dynamik bestimmen den Malprozess, der stets in abstrakter Bildform angelegten Acryl- und Mischtechniken.

Die Künstlerin geht emotional an ihre Bilder heran, folgt ihren momentanen Gefühlen und Impulsen, die ihre Malerei in die Nähe des Informel rückt,
gegenstandslos, keinen festen Kompositionsregeln gehorchend, in der Farbflächen und Linien für einen Bildrythmus sorgen.
Farbe wird als spontan aufgetragene Materie eingesetzt oder in mehreren Farbschichtungen aufgebaut.
Die Spachtel wird als ein unverzichtbares Hauptgestaltungsmittel der Kuenstlerin eingesetzt.
Der Farbauftrag wird durch das Werkzeug charakterisiert und Farbschichtungen, Verdichtungen treten plastisch hervor.
Das Einarbeiten verschiedener Materialien, meist Naturmaterialien wie Ockersand, rote Erde, Piniennadeln, Holzspaene, Pflanzenteile laesst
dreidimensionale Raeume entstehen.

Die in vielen Bildern dominierende Farbe Rot, signalisiert Kraft und Leben und wird zum Energietraeger.

Eva Recordon ist 1952 in Ulm geboren. Sie studierte Sprachen und Betriebswirtschaftslehre und arbeitet zunächst im internationalen Vertrieb
eines Textildesigners sowie im Haute Couture Bereich.

Von 1995 - 1996 setzt sie ihre kuenstlerische Ausbildung an der Kolping Kunstschule Stuttgart fort.

Durch zahlreiche Ausstellungen in Frankreich, Deutschland, Österreich, Kanada, der Schweiz präsentierte Eva Recordon ihre Werke bereits
erfolgreich einem stetig wachsenden internationalen Publikum.

2010 erhielt sie für ihre Malerei in der Kategorie Collage einen Kunstpreis.

Image of the artist   Image of the artist


 

 

AUSSTELLUNG IN DER GALERIE IM RUNDBAU, GKN NECKARWESTHEIM

26.4.2009 - 10.7.2009

In Farbatmosphäre umgesetzte südfranzösische Lebenslust

Aus leuchtendem Karminrot, hellem Zinnoberrot, Schwarz und reinem Weiß, dazu Ockersand setzt sich die Farbigkeit der Bilder aus der Reihe „Rouge et noir", Rot und Schwarz, von Eva Recordon zusammen.

Farben spielen in ihrer Malerei eine entscheidende Rolle, die sich auch in den Bildtiteln wie „Rouge et noir" oder „Rouge domine", beherrschendes Rot, ausdrückt. Die Formen ihrer Kunst sind abstrakt und lassen eher in älteren Arbeiten aus den Reihen „Körpersprache" und „Körperlandschaften" Assoziationen an den menschlichen Körper zu.

In großzügigen Flächen spachtelt die Künstlerin die Farbe auf die Leinwand, trägt sie in Schichten auf und nimmt wieder etwas von ihr weg, kratzt die untere Farbschicht heraus und lässt sie auch einmal als verlaufene Farbspur stehen. Es entstehen Strukturen, die für eine lebendige Bildoberfläche sorgen.
Zu den Farbstrukturen tragen auch körnige Pigmente oder Ockersand bei, den sie wegen seiner warmen, orange-braunen oder curry-gelben Farbigkeit so gerne verwendet.

Die Wärme der erdigen Naturfarben, die auf der Wirkung von Ocker beruht, erfährt in den Bildern von Eva Recordon eine Steigerung in dem glutvollen Karminrot.
Die Leuchtkraft von Rot wird noch intensiver durch die Nachbarschaft zu Schwarz, dessen simultaner Kontrast die Farbe steigert. Zusammen mit Weiß und Grau zählt Schwarz zugleich zu den Unfarben, die für eine Beruhigung der überbordenden Farbigkeit sorgen.

Rot ist momentan Eva Recordons Lieblingsfarbe. Sie erweckt Assoziationen an Blut und Feuer und steht damit für das Leben. Rot ist die Liebe, sagt man, und in den neuen Arbeiten der Künstlerin ist es die Sehnsucht nach Frankreich, die ihre Lust für die rote Farbe weckt.

Eva Recordon ist 1952 in Ulm geboren und pflegt seit ihrem 18. Lebensjahr eine enge Beziehung zu dem Nachbarland (Frankreich), in dem sie mehrere Jahre lang gearbeitet hat. Über ihre Tätigkeit als Übersetzerin und Dolmetscherin blieb sie später der französischen Sprache über Jahre hinweg auch beruflich verbunden. Inzwischen widmet sich die 4-fache Mutter ganz ihrer künstlerischen Leidenschaft, die sie im Rahmen von Malkursen und Workshops, v. a. aber durch ihre Ausbildung an der Kolping Kunstschule in Stuttgart auf eine didaktische Grundlage gestellt hat. Seit 1992 stellt sie ihre Kunst vornehmlich in Deutschland und Frankreich, aber auch in Kanada, Österreich und der Schweiz einzeln oder in Gemeinschaft aus. Die Künstlerin lebt und arbeitet in Stuttgart und einige Monate des Jahres in Frankreich, wo sie mittlerweile ein zweites Zuhause mit Atelier besitzt. Es liegt in der südfranzösischen Provence, nicht weit von den berühmten Ockersteinbrüchen von Roussillon, wo der Ockersand herstammt, den sie immer wieder in ihre Farbkompositionen einbindet.

In der Nähe ihres provencalischen Ateliers befindet sich auch das Zisterzienserkloster Le Thoronet, dessen romanische Rundbögen als Motiv in ihren Bildern vorkommen. In der Bildreihe „Portes et Portiques" steht das Bogenmotiv sogar im Mittelpunkt der Malerei. Für die Künstlerin bedeutet der Bogen nicht nur eine runde Form innerhalb von abstrakten Bildelementen, sondern er erfüllt auch die Symbolik eines Durchbruches oder einer Tür zu einer neuen Lebensform, die Schwelle zu einem neuen Lebensweg. Auf der Suche nach diesem Weg spielt das südliche Frankreich eine Rolle, indem es ihr Sonne, Wärme und Lebenslust vermittelt. In der Abtei Le Thoronet blickt man vom Kreuzgang durch die Bogenfenster in den lichten Klosterhof, und es stellt sich beim Betrachter ein warmes Lebensgefühl ein.

Rot als Farbe des Lebens nimmt also in ihren neuen Arbeiten einen breiten Raum ein, breitet sich in der Bildfläche aus, um sich dort stellenweise mit Schwarz und Ocker zu einem ochsenblutfarbigen Braunrot zu vermischen. „Terres rouges", rote Erde, heißt die Malerei dann, und wieder ist es eine warme Farbmischung, die den Betrachter auf emotionaler Ebene anspricht.

Auch die Künstlerin selbst geht emotional an ihre Bilder heran, folgt ihren momentanen Gefühlen und Impulsen, die ihre Malerei in die Nähe des Informel rückt. Gemeint ist mit dem Begriff eine gegenstandslose, keinen festen Kompositionsregeln gehorchende Kunst, in der Farbflächen und Linien für einen Bildrhythmus sorgen, und spontane, geistige Impulse unmittelbar ausgedrückt werden. Dieser Kunststil mit seinen verschiedenen Stilformen beherrschte in den 1950er und frühen 60er Jahren die internationale Kunstszene.

Die linearen, graphischen Elemente in den Bildern von Eva Recordon sind geritzt oder mit schwarzer Kohle gezeichnet, in den jüngsten Arbeiten eher mit grauer Farbe gemalt und stehen in einem reizvollen Gegensatz zu den flächigen, malerischen Farbpartien. Die Linien verlaufen senkrecht, waagerecht, diagonal oder rund und tragen mit ihrer Betonung der Farbrichtung zur Dynamik der Bildkomposition bei.

Die Farbflächen in Acryl und Ockersand folgen weder einer geometrischen noch einer organischen Form, setzen hier und da einen farblichen Akzent, der so einnehmend sein kann, dass er die ganze Bildfläche farblich beherrscht. Im Zusammenhang mit der Farbe Rot wurde bereits auf den roten Farbflecken als beherrschendes Bildelement hingewiesen („Rouge domine"). Doch nicht immer war es die rote Farbigkeit, die sich so stark in den Vordergrund ihrer bildlichen Farbwelt drängte. In der Reihe „Source bleue", blaue Quelle, etwa ist es ein Ultramarin, also das flüchtige Blau eines Himmels oder eines blau schimmernden Wassers, das den Hauptanteil der Farbigkeit der Bildserie inne hat. Es dominiert in dem gleichnamigen, dreiteiligen Triptychon als Farbreiz über Weiß, Grau und Schwarz und es scheint sich in seiner Dominanz tatsächlich auszudehnen wie das ätherische Himmelsblau oder das Wasser einer sprudelnden Quelle.

Die blaue Pigment-Farbigkeit begegnet auch in der Reihe von Bildern, die Eva Recordon mit dem Titel „Genesis" überschrieben hat. Es handelt sich um eine Bildfolge von 1996, in der es um die Entstehung des Lebens und der Erde geht. Die Elemente Himmel, Erde und Wasser bestimmen zunächst die Bildwelt, äußern sich in ultramariner und ockersandiger Farbigkeit, die sich mit einer locker geschütteten, noch nicht konsolidierten Form verbindet.

In dem zweiten Bild der Reihe tritt das Licht hinzu, und seine gelblich-weiße Farbigkeit dringt allmählich in die bereits vorhandenen Elemente ein. Es verbindet sich mit einem zarten, durchscheinenden Blau, das die Künstlerin mit einer Walze aufgetragen hat, um ihm die nötige Transparenz zu verleihen. Leben entsteht, und es entwickelt sich eine neue Form, deren Rundungen entfernt an menschliche Körperformen erinnern. Damit leiten die Bilder der Genesis-Serie in die der „Körperlandschaften" über, in denen das Naturmaterial Sand neben Farbe und Form den landschaftlichen Aspekt vermittelt.

Das Motiv des angedeuteten menschlichen Körpers kann sich in der Bilderreihe mit dem des Rundbogens oder der Durchbrüche verbinden, indem sich eine geschlossene und eine gerundete, offene Farbfläche als Synonym für die verschiedenen Charaktere des Menschen (,der verschlossen sein kann oder sich gegenüber Mitmenschen öffnet,) gegenüber stehen.

Farblich gesehen ist es der Kontrast zwischen Ultramarinblau und Schwarz, und der mit braunroter Farbigkeit gefüllte Rundbogen zwischen den beiden Flächen wirkt wie eine Farbbrücke, die beide Farben miteinander verbindet.

In dem Rot als dominierendem Farbton ihrer jüngeren und jüngsten Bilder scheint die Emotionalität der Bilder von Eva Recordon zu gipfeln. Wie ein roter Faden zieht sich das Gefühl durch ihre Malerei, die sie selbst beschreibt:

„Jeder Moment im Leben wird durch ein Gefühl begleitet, und jedes Gefühl hat für mich sein Bild. So wie das Leben meine Geschichte schreibt, so entwickeln sich meine Bilder, die Erlebtes und Gefühle in Bildform ausdrücken. Experimentierfreudigkeit und schöpferische Energie lassen Werke entstehen, die berühren oder zum Nachdenken anregen."

Dr. Martina Kitzing-Bretz, Kunsthistorikerin


Die Ausstellung läuft bis 10. Juli und ist geöffnet täglich von 9 bis 17 Uhr.

HEILBRONNER STIMME 01.07.2009